Ein einheitliches Tarifwerk, und was daraus für einen Wechsel folgt
Viele Gesellschaften führen über die Jahre mehrere Tarifwelten nebeneinander. Dieses Haus beschreibt sich in seinem Geschäftsbericht 2025 anders: als Produktwelt, die auf Paralleltarife verzichten kann.

Wenn ein Anpassungsschreiben vor Ihnen liegt, ist das die entscheidende Auskunft. Der Hebel liegt nicht darin, einen versteckten Zwillingstarif zu finden. Er liegt in den Stufen innerhalb der Reihen, die Ihr Vertrag schon kennt. Das macht die Suche kürzer und die Rechnung ehrlicher.
Zum Januar 2026 stieg der Beitrag branchenweit um durchschnittlich rund 13 Prozent, betroffen waren etwa 60 Prozent aller Vollversicherten. Einen Wert für Januar 2027 nennt diese Seite nicht, weil es im Oktober 2026 keinen belegten gibt.
Die Stufen, in denen dieses Haus rechnet
Der ambulante Teil trägt die Hauptlast des Beitrags, und genau dort sind die Stufen abgestuft.
| Stufe | Selbstbehalt im Kalenderjahr |
|---|---|
| A 90/100 | 10 Prozent, höchstens 165 Euro |
| A 80/100 | 20 Prozent, höchstens 330 Euro |
| A 106 | 500 Euro |
| A 112 | 830 Euro |
| A 118 | 1.250 Euro |
Im Krankenhaus stehen K 30 für die allgemeinen Leistungen, K 20 für das Zweibettzimmer samt privatärztlicher Behandlung und K/S für das Einbettzimmer, das nur neben K 20 möglich ist. Zahnersatz und Zahnbehandlung laufen über Z 100/80 oder Z 80/60. Dazu kommen Bausteine wie das Krankentagegeld KTV mit den Stufen KTV 6, KTV 13 und KTV 26, der Krankenhaustagegeldbaustein KHT und der Kurbaustein KUR. Die Beitragsermäßigung für später heißt hier PBE 2.0.
Beihilfeberechtigte lesen Zahlenpaare statt einzelner Kürzel. Ambulant reicht die Reihe von AA 20 bis A 50, stationär von KK 32 bis K 350 und bei Wahlleistungen von KK 52 bis K 550. Zahnleistungen stehen als ZZ 20 bis Z 50. Anwärter führen den Tarif BV, die Beihilfeergänzung heißt BET oder BET Plus, und der Optionstarif OTB kostet 1,50 Euro im Monat. Welcher Prozentsatz Ihnen zusteht, hängt am Dienstherrn und steht unter Restkosten neben der Beihilfe.
Der Auslösewert, den dieses Haus selbst festgelegt hat
Eine Anpassung folgt § 203 Abs. 2 VVG, und die Bedingungen füllen den Rahmen mit eigenen Zahlen.
Jährlich wird je Beobachtungseinheit verglichen, was die Versicherungsleistungen erfordern und was kalkuliert wurde. Mitgeprüft werden die Sterbewahrscheinlichkeiten. Für geschlechtsunabhängig erhobene Beiträge beträgt der tariflich festgelegte Vomhundertsatz fünf. Für geschlechtsabhängig erhobene beträgt er zehn, mit einer Überprüfungsmöglichkeit bereits ab einer Abweichung von mehr als fünf. Zustimmen muss ein Treuhänder.
Das erklärt einen Effekt, der Versicherte oft überrascht. Zwei Verträge derselben Gesellschaft können in verschiedenen Jahren angepasst werden, weil sie in verschiedenen Rechnungswelten liegen. Die Grenze dafür zieht das Unternehmen selbst beim Tarifabschluss vor dem 21. Dezember 2012.
Die neue Prämie greift erst mit dem Beginn des zweiten Monats nach der Benachrichtigung. Geänderte Selbstbeteiligungen und Risikozuschläge folgen demselben Zeitpunkt. Die Kündigungsmöglichkeit nach einer Erhöhung beträgt zwei Monate ab Zugang der Mitteilung. Wie dieser Mechanismus allgemein funktioniert, steht unter wie eine Anpassung überhaupt zustande kommt.
Was die eigenen Berichte über Anpassungen hergeben
Dieses Unternehmen nennt keine Anpassungssätze, dafür Personenzahlen. Das ist ungewöhnlich und für eine Einordnung brauchbarer, als es klingt.
Zum 1. Januar 2025 wurden die Beiträge für 57.267 versicherte Personen angepasst. Für etwa zwei Drittel der Versicherten ergab sich keine Veränderung. Ein Jahr früher, zum 1. Januar 2024, traf die Anpassung 32.592 Personen, und knapp 80 Prozent blieben unberührt. Zur Milderung wurden 2025 Einmalbeiträge von 48,6 Millionen Euro aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung eingesetzt.
Daraus folgt keine Prognose für Ihren Vertrag. Der Umschlag liest sich damit aber ruhiger: Eine Anpassungswelle trifft hier regelmäßig einen Teil des Bestands, nicht alle.
Das Umstufungsbeispiel, das das Unternehmen selbst veröffentlicht
In seinen eigenen Unterlagen zeigt dieses Haus durchgerechnete Fälle unter dem Titel Umstufungsmöglichkeiten nach § 204. Gerechnet wird mit Beiträgen aus dem Jahr 2026, und versichert ist im Musterfall eine Frau mit Vertragsbeginn 1979 und Eintrittsalter 39, heute 86 Jahre alt.
Die Ausgangskombination A 90/100, Z 100/80 und K 20 kostet dort 671,33 Euro im Monat. Die Umstufung auf A 118 bei gleichem Zahn- und Krankenhausschutz senkt den Betrag auf 486,37 Euro. Wird zusätzlich von K 20 auf K 30 gewechselt, stehen 367,32 Euro. Der Standardtarif liegt in diesem Fall bei 179,32 Euro, der Basistarif bei 273,26 Euro.
Diese Zahlen sind kein Angebot und gelten nicht für Ihren Vertrag. Sie zeigen die Größenordnung und den Preis dafür: 1.250 Euro Selbstbehalt im Jahr statt 165 Euro, und im Krankenhaus keine Wahlleistungen mehr. Welche Rolle der Selbstbehalt in dieser Rechnung spielt, erklärt die Seite zur Wirkung eines höheren Selbstbehalts. Die Voraussetzungen der beiden Sozialtarife stehen unter brancheneinheitliche Auffangtarife.
Der Monat des Wechsels rechnet mit
Eine Besonderheit der Tarifbedingungen betrifft das Jahr, in dem umgestuft wird.
Für Aufwendungen, die vor dem Wechsel und während neuer Wartezeiten anfallen, gelten weiter die betragsmäßigen Festlegungen des bisherigen Tarifs. Wird der Wechsel nicht zum 1. Januar wirksam, gilt für das Umwandlungsjahr insgesamt höchstens ein Selbstbehalt, der sich anteilig aus altem und neuem Tarif zusammensetzt.
Praktisch bedeutet das zwei Dinge. Wer ohnehin Rechnungen aus dem laufenden Jahr offen hat, sollte den Wechselzeitpunkt bewusst setzen. Und wer zum Januar wechselt, hat die einfachste Rechnung. Den vollständigen Ablauf eines solchen Schritts beschreibt die Seite zur Umstufung in einen gleichartigen Tarif.
Wie ein Antrag hier praktisch läuft
Ein eigenes Formular für den Tarifwechsel veröffentlicht dieses Unternehmen nicht. Im Dokumentenbereich liegen der Antrag zur Krankenversicherung und der Antrag zur Kindernachversicherung, und die Online-Änderungen umfassen Adresse, Bankverbindung, Beruf und Namen. Der Wechsel läuft also über den Vertragsservice oder die Vermittlerin.
Dafür ist das Verfahren an anderer Stelle sauber dokumentiert. Das Unternehmen ist in den Tarifwechselleitlinien der privaten Krankenversicherung, Stand Januar 2025, namentlich als Unterzeichner geführt. Vier Punkte daraus sind für Sie unmittelbar brauchbar.
Anfragen zur Durchführung eines Tarifwechsels werden innerhalb von 15 Arbeitstagen beantwortet. Dauert es länger, ist eine Zwischennachricht vorgesehen. Eine individuelle und kostenfreie Beratung durch das Unternehmen selbst ist zugesagt. Die Auswahl der Zieltarife muss verkaufsoffene und bestandsstarke Tarife umfassen, nicht nur eine einzige Variante. Und für jeden ausgewählten Zieltarif wird der Beitrag mitgeteilt, der nach Anrechnung Ihrer Alterungsrückstellung zu zahlen wäre.
Nach eigener Darstellung geht beim Wechsel innerhalb des Hauses die gesamte Alterungsrückstellung mit. Eine Gesundheitsprüfung ist nur für Mehrleistungen relevant. Was in Ihrem Fall überhaupt als Mehrleistung zählt, sehen wir uns vorher an.
Zwei Zahlen, die die Entscheidung mitprägen
Zum Jahresende 2025 führte dieses Haus 55.003 Vollversicherte. In den Auffangtarifen standen gleichzeitig nur wenige Verträge: 293 Personen im Standardtarif, 167 im Notlagentarif und 86 im Basistarif. Der Sprung in einen Sozialtarif ist hier also die Ausnahme, nicht der Regelweg.
Die zweite Zahl betrifft die Beitragsrückerstattung. Für leistungsfrei gebliebene Versicherte wurden 2025 insgesamt 9,0 Millionen Euro ausgezahlt. In den Vollkosten- und Beihilfetarifen sind je nach Zahl der leistungsfreien Jahre bis zu vier Monatsbeiträge des ambulanten Tarifs vorgesehen, ohne den gesetzlichen Zuschlag. Wer kleine Rechnungen selbst trägt, hat damit einen zweiten Hebel neben dem Tarifwechsel. Wie diese Rechnung aufgeht, steht unter Rückerstattung bei Leistungsfreiheit.
Unabhängig heißt bei uns: Wir sind keine Vertretung dieses Unternehmens, arbeiten nicht in seinem Auftrag und nennen seinen Namen nur, weil Versicherte danach suchen.
Was Sie bereitlegen sollten
Drei Papiere genügen für eine erste Einordnung: das Anpassungsschreiben mit dem Zugangsdatum, der Versicherungsschein mit dem letzten Nachtrag und, bei Beihilfeberechtigten, der aktuelle Bemessungssatz.
Daran sehen wir, in welcher Stufe Sie heute stehen, welche Nachbarstufe in Frage kommt und was der Schritt an Leistung kostet. Und wir prüfen, ob ein Baustein mitläuft, der nicht mehr passt.
Mit diesen Unterlagen in der Hand klärt ein Anruf unter 030 7593 7030, welche Stufen bei Ihnen offenstehen und welcher Termin dafür der richtige ist.